Geschichte der SCC Leichtathletik-Abteilung

Über 110 Jahre SCC Berlin - eine Erfolgsstory der Leichtathletik-Abteilung

Die größten Erfolge des Clubs errangen seit jeher die Leichathleten, die viele Medaillen bei bei Olympischen Spielen, Europameisterschaften und Deutschen Meisterschaften erkämpften. In den letzten Jahrzehnten sind es allerdings auch die großen Veranstaltungen, die dem SCC Weltruhm einbrachten. Die populärsten Aushängeschilder sind der BERLIN-MARATHON und der BERLINER HALBMARATHON. Sie sind die größten und spektakulärsten Läufe in Deutschland, die weltweit Aufsehen erregen und in jedem Jahr neue Teilnehmerrekorde erzielen. Spitzensport und Breitensport in einem - das ist das Rezept des großes Erfolges bei der großen Palette der Läufe im Jahresverlauf - vom Neujahrslauf bis zum Silvesterlauf.

Als am 15. September 1902 in "Eckmann's Salon und Tanzinstitut" der Charlottenburger Sport-Club 1902 gegründet wurde, war die Erfolgsstory dieses Vereins natürlich längst noch nicht abzusehen.

Fünf Jahre später veranstaltete der Klub, dessen Initiator Paul Martin zum ersten Vorsitzenden gewählt worden war, ein erstes lokales Leichtathletik-Sportfest. Die olympische Kernsportart wurde zu einem Synonym für den SCC Berlin. Es gibt kaum einen anderen deutschen Verein, der in der Leichtathletik derartige Erfolge aufweisen kann wie die Charlottenburger.

Die Leichtathletik-Abteilung war und ist das Zentrum des Vereins. Sowohl spitzen- als auch breitensportlich setzte der SCC Berlin Maßstäbe - vor allen Dingen als Veranstalter sind die Charlottenburger seit Jahrzehnten ein Trendsetter. Es gibt keinen Klub in Deutschland, der mit seinen Laufveranstaltungen so viele Menschen bewegt wie der SCC Berlin.

In der ersten Hälfte des Jahrhunderts waren es natürlich noch die spitzensportlichen Leistungen und Veranstaltungen, mit denen der SCC für Schlagzeilen sorgte. Doch schon immer spielten die Läufer eine zentrale Rolle. 1908 gewann der SCC die erstmals veranstaltete und von Carl Diem initiierte 25-km-Staffel von Potsdam nach Berlin. 50 Läufer benötigten damals 1:08:06 Stunden. Zweiter wurde der Berliner SC.

Auch den ersten deutschen Meistertitel gewann ein Läufer für den SCC: 1908 siegte Paul Nettelbeck über 1500 m in 4:22,8 Minuten. Zuvor hatte er auch schon den Deutschen Marathonlauf über 40 km gewonnen, jedoch gab es offizielle Meisterschaften über die klassische Distanz erst seit 1925. 1926 war es, als bei einem SCC-Sportfest ein sensationeller Weltrekord gelaufen wurde. Im überfüllten Stadion an der Avus erlebten die Zuschauer eine Sensation. Denn Dr. Otto Peltzer (Stettin) gewann die 1500 m in 3:51,0 Minuten. Geschlagen war einer der größten Langstreckenläufer aller Zeiten, der Serienweltrekordler Paavo Nurmi (Finnland).

Auch im Sprint waren SCCer damals sehr erfolgreich. Während der Deutschen Staffelmeisterschaften 1929 in Breslau stellte die 4x100-m-Staffel des Klubs in der Besetzung Körnig, Nathan, Grosser, Schlöske mit 40,8 Sekunden sogar einen Weltrekord auf. Für den bis heute größten Erfolg eines SCCers sorgte dann jedoch ein Speerwerfer: Gerhard Stöck gewann am 6. August 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin mit 71,84 m die Goldmedaille.

Nur ein Jahr später hatte das ISTAF im Olympiastadion vor 80.000 Zuschauern seine Premiere. Bis ins Jahr 2001 organisierte der SCC dieses hochkarätige Leichtathletik-Meeting gemeinsam mit dem BSC und dem OSC, jetzt wurde für dieses internationale Meeting eine zeitgemäßere Struktur gefunden.

Die große Zeit der Läufer und Läufe begann für den SCC in den 60er Jahren. Und für diese Erfolgsstory stehen zwei Namen: Horst Milde und Bodo Tümmler. Der erfolgreichste Läufer der Vereinsgeschichte war Bodo Tümmler. 1966 wurde er in Budapest Europameister über 1500 m sowie Dritter über 800 m. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko gewann er Bronze über die 1500 m. Auch Horst Milde war in den 60er Jahren als Mittelstreckenläufer erfolgreich für den SCC. 1964 und 1965 wurde er in der 3x1000 m-Staffel gemeinsam mit Tümmler und Gerhard Kopp Deutscher Meister.

Keine vier Monate später starteten Horst Milde und seine Helfer die Laufbewegung. Am 8. November 1964 wurde im Grunewald der Crosslauf gestartet - es war die Geburtsstunde des Volkslaufes. Den SCC-Cross gibt es heute noch. Entwickelt hat sich aus der Initiative von 1964 allen voran der BERLIN-MARATHON - einer der größten Marathons der Welt. Nach der Wende war der SCC durch den Zulauf von Athleten aus der früheren DDR zeitweilig so stark besetzt wie nie zuvor. Der Mittelstreckenläufer Jens-Peter Herold, der deutsche Marathon-Rekordhalter Jörg Peter und vor allen Uta Pippig starteten für den Klub mit dem schwarzen C. Im Trikot des SCC gewann Uta Pippig als erste Deutsche den New-York-Marathon, siegte jeweils dreimal in Berlin und in Boston. Eine Sensation schaffte 1998 Damian Kallabis, der Europameister über 3000 m Hindernis wurde.

Das Jahrzehnt von 2000 bis 2010 bestimmten vor allem die Werfer und Geher des SCC Berlin. Die größten Erfolge in diesem Jahrzehnt konnten hierbei bei der Heim-WM 2009 gefeiert werden mit dem WM-Titel im Diskuswurf für Robert Harting und dem 5. Platz über 50km Gehen für André Höhne. Aber auch im Jugendbereich konnten Athleten wie Julia Fischer viele Erfolge auf nationaler und internationale Ebene erreichen.

Im Jahr 2011 schaffte Robert Harting bei der WM in Daegu die Titelverteidigung und konnten seinen WM-Titel verteidigen. Auch Julia Fischer holte erneut Gold auf internationaler Ebene und wurde U23-Europameisterin im Diskuswurf. Etwas Einmaliges schafften in diesem Jahr die Sprinter des SCC Berlin. Sie gewannen über 4x100m die Deutschen Meistertitel der Männer, der Junioren und der männlichen A-Jugend. Eine tolle Leistung von Lou Buadu, Isamil-Jean Condé, Eric Franke, Robert Hind, Lucas Jakubcyzk, Maximilian Kessler, George Petzold, Oliver Pritzlaff und den verantwortlichen Staffeltrainer Carsten Köhrbrück. Das Jahr 2011 war eines der erfolgreichsten Jahre für den SCC Berlin, was sich auch den Vereinswertung mit einem 8. Platz in Deutschland wiederspiegelte.

Das Jahr 2012 wird als eines der erfolgreichste in die Geschichte der Leichtathletik im SCC eingehen. Gleich vier Athleten schafften die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London. Herausragend herbei der Olympiasieg von Robert Harting im Diskuswurf. Nach 1938 mit Gerhard Stöckl erst der zweite Olympiasieger des SCC. Zum Abschluß seiner Karriere startete André Höhne über 50km Gehen (11. Platz) und 20km Gehen (21. Platz) und Julia Fischer und Lucas Jakubczyk konnten das erste Mal bei Olympia antreten. Bei der Europameisterschaft gewannen die SCC-Athleten Gold (Robert Harting-Diskus) und Silber (Lucas Jakubcyzk - 4x100) und Julia Fischer belegte im Diskuswurf den 5. Platz. Außerdem stellt der SCC mit Lucas Jakubczyk seit Jahrzehnten wieder eine Deutsche Meister über 100m.

Im Jahr 2013 wiederholte Robert Harting erneut seinen Erfolg bei der WM und holte im Diskuswurf den 3. Titel in Folge. Ebenfalls herausragend die Leistung von Lucas Jakubczyk, der mit der 4x100m-Staffel Platz 4 belegte. Und drei weitere SCC-er schafften die WM-Teilnahme - Julia Fischer und Christoph Harting im Diskuswurf, wo beide leider das Finale knapp verfehlten, sowie Maximilian Kessler als Ersatzmann für 4x100m-Staffel. Fünf SCC bei der WM eine tolle Bilanz.

2014 war der Saison-Höhepunkt der Erwachsenen die EM in Zürich und zwei SCC-er waren maßgeblich an den 8 Medaille des Deutschen Leichtathletik-Verbandes beteiligt. Robert Harting verteidigte - trotz großer Veränderungen in seinem Umfeld - seinen Europameistertitel und Lucas Jakubczyk gewann die Silbermedaille mit der 4x100m-Staffel und wurde Fünfter über 100m. Außerdem belegte auch Julia Fischer den 6. Platz im Diskusfinale der Frauen. Für die U20 war die WM in Eugene das Highlight der Saison und Noelya Schonig war als Mitglied der 4x400m-Staffel Teil des DLV-Teams.

Die Leichtathletikabteilung des SCC Berlin ist aktuell der mitgliedsstärkste und erfolreichste Verein innerhalb des Berliner Leichtathletikverband.